Filmkritik zu Spiderman 2

Krabbelnder Held in psychiatrischer Behandlung

Im ersten Teil der bisher 2-teiligen Spiderman-Reihe lernten wir einen hochintelligenten und in Mary Jane verliebten Fotographen namens Peter Parker kennen. Bei einem Schulausflug wurde er von einer mutierten Spinne gebissen und als er am nächsten Morgen aufwachte, hatte er Superkräfte, die er aber erst nach und nach erlernte bzw. herausfand.

Nachdem sein Onkel von einem Kriminellen in seinem eigenen Auto erschossen wurde, nur weil er sich weigerte, es dem Verecher zu überlassen, beschließt Peter, seine neugewonnenen Fähigkeiten für das Wohle der Menschheit einzusetzen.

Seit diesem Zeitpunkt ist er "offiziel" Spiderman und lernt den Verechern das Fürchten. Der erste echte Bösewicht lässt aber auch nicht auf sich warten. Norman Osborn, Vater von Peters bestem Freund Harry Osborn, versetzt als "Grüner Kobold" die Bürger New Yorks in Angst und Schrecken, weil er durch ein Experiment, was er an sich selbst testete, zum seelenlosen Monster mutierte.

Letztlich gelingt es Spiderman den grünen Kobold zu töten und New York zu retten, was aber auch eines der Probleme im 2. Teil ist, denn von nun an hasst Harry Spiderman und versucht, den Tod seines Vaters zu rächen.

2 Jahre später

In der ersten Szene des Films sehen wir, wie Peter alias Spiderman auf ein riesiges Plakat seiner geliebten Mary Jane starrt und somit seinen Boss mit seinem Moped fast überfährt. Ein gelungener Start in den Film, denn diese Szene spiegelt fast sein ganzes Leben als Superheld wider. Er muss sich immer mit mehreren Sachen beschäftigen und dabei geht einiges schief. Seine Tätigkeit als Spiderman ist sehr zeitraubend und er muss nebenbei um seinen Job und um sein Studium kämpfen. Er hat zu wenig Geld für die Miete, seiner Tante droht der Verlust ihres Hauses und er kann Mary Jane seine wahren Gefühle einfach nicht zeigen. Dies führt dazu, dass MJ, so wird Mary Jane unter Freunden genannt, plötzlich einen Freund hat, der sie kurz vor Ende des Films vor den Traualtar führen will.

Seinen Job als Pizzalieferant verliert er, weil er auf die Dauer zu unzuverlässig ist und seine Lieferungen zu spät abgibt. So geht es weiter und Peter verliert einen Job nach dem Anderen. Bei seinem Job als Fotograph, wo er für den geldgierigen Zeitungsverleger arbeitet, läuft es auch nicht sehr gut. Und zu allem Überfluss versagen dann auch noch seine Spinnenkräfte in heiklen Situationen, sodass er ein paar Mal eine ungewollt harte Landung hinlegen muss.

Nachdem am Ende des ersten Teils Norman Osborn das Zeitliche segnete, hat dessen Sohn Harry, Peters bester Freund und erklärter Todfeind von Spiderman, die Leitung der Firma übernommen. Er finanziert ein wahnsinnig ehrgeiziges Projekt des renommierten Wissenschaftlers Dr. Otto Octavius, der eine eigenständige und unerschöpfliche Energiequelle erschaffen will. Doch wie Peter Parker es schon ahnte, schlägt das Projekt fehl und Dr. Octavius wird in Mitleidenschaft gezogen. Die vier Greifarme auf seinem Rücken, die er extra zum Zwecke des Projekts mit seinem Körper verbunden hat, machen sich selbstständig, da ein Zwischenchip zerstört wird, der verhindern sollte, dass die durch das Kleinhirn gesteuerten Tentakel sich selbstständig machen.

Doktor Octavius wird ohnmächtig und als ein paar Ärzte versuchen, die 4 monströsen Geräte von seinem Rücken zu befreien, rastet er aus und bringt alle um. Somit ist ein Umkehren unmöglich und "Doc Ock", so wird er von dem raffgierigen Zeitungsverleger bezeichnet, entscheidet sich endgültig für die Seite des Bösen. Octavius plant, in einem zerfallenen Lagerhaus das Projekt ein zweites Mal durchzuführen - dafür auch er aber eine Menge Geld. Und das muss er irgendwo beschaffen, also entschließt er sich kurzerhand dafür, die nächste Bank auszurauben. Spiderman will ihn aufhalten, doch blöderweise versagen seine Kräfte mal wieder und so wird er von Doc Oc fertig gemacht. Damit kehrt erstmal wieder für ein paar Tage Ruhe ein, denn Doc Ock bastelt erneut an seinem Projekt und richtet so keinen Schaden an.

Zeit für einen kleinen Themenwechsel!

Peter will sich unbedingt einmal das Theaterstück von seine angebeteten Mary Jane anschauen und so wird er von ihr eingeladen. Doch es kommt wie es kommen musste. Zwar erscheint Peter zwar pünktlich zum Kino, wird aber von ein paar Polizeiautos abgelenkt, die an ihm vorbeirasen und schlüpft prompt wieder in die Rolle des maskierten Helden. Deswegen kommt er dann auch zu spät zur Vorstellung und aufgrund eines sich strikt an die Regeln haltenden Platzhinweisers wird er auch erst gar nicht mehr hereingelassen.

Der Konflikt mit Mary Jane und ein Besuch beim Arzt, der ihm sagt, dass er vielleicht gar nicht dazu bestimmt ist, Spiderman zu sein, ingen Peter zu einer Entscheidung. So langsam zweifelt Peter nämlich daran, ob er seine Tätigkeit als Held weiterführen will. Ein innerer Zwiespalt, der letztlich zu einem Ergebnis führt: Peter Parker schmeißt den Job sprichwörtlich hin, indem er seinen Spinnenanzug in die nächste Mülltonne haut.

Als Doc Ock seine benötigte Maschine wieder neu aufgebaut hat, fehlt ihm nur noch eine sehr seltene Substanz, die es nur an einem Ort in New York zu finden gibt. Natürlich bei Harry Osborn. Also stattet Doc Ock Harry einen kurzen Besuch ab, doch dieser will ihm erst die Substanz geben, wenn Doc Ock Spiderman tötet oder ihn lebend zu Harry ingt. Doc Ock weiß aber nicht, wo er Spiderman finden soll, deswegen will er es aus Peter Parker rausquetschen, der ja offizielle Bilder von Spiderman schießt. Derweil treffen sich Peter und Mary Jane in einem Café, um über ihre Probleme zu reden. Mary Jane will herausbekommen, ob Peter Spiderman ist und verlangt einen Kuss von Peter. Wir erinnern uns, im ersten Teil gab es ja einen leidenschaftlichen Kuss zwischen Spiderman und Mary Jane in einer stürmischen Nacht.

Randale im Café

Kurz bevor sie sich küssen, kommt Doc Ock dazwischen und zerstört den ganzen Laden, indem er ein Auto reindonnert. Er will es aus Peter sprichwörtlich herausprügeln, wo sich Spiderman aufhält, doch dieser gibt sich ahnungslos. Doc Ock gibt Peter den Befehl, Spiderman aufzusuchen und ihn zu Doc Ock zu schicken. Als er dann auch noch Mary Jane verschleppt, kann Peter nicht tatenlos zusehen und schlüpft wieder in die Rolle des Spinnenmenschen…

Ob es Spiderman gelingt, die Pläne des verrückten Wissenschaftlers zu durchkreuzen und ob sich Peter mit seinem Schicksal als Spider-Man zurechtfinden kann, wird hier nicht verraten - das müsst ihr schon selbst im Kino herausfinden!


Cast

Es spielen hauptsächlich die gleichen Schauspieler mit wie im ersten Teil, bis auf den Bösewicht und ein paar Nebenrollen, was mit Sicherheit ein Vorteil ist. Tobey Maguire gibt erneut den menschlichen Superhelden, was sich ja letztlich nach anfänglichen Zweifeln vor dem ersten Teil als Glücksgriff erwiesen hat. Maguire ist ein höchst talentierter Schauspieler, dem es somit auch glaubhaft gelingt, die innere Zerrissenheit von Peter Parker/Spiderman darzustellen. Ihm gelingt es, seinen Charakter absolut überzeugend darzustellen.

Eine Bedingung hatte Kirsten Dunst, bevor sie ihre Unterschrift unter den Vertrag zur Fortsetzung setzte: sie wollte, dass ihr Charakter Mary Jane mehr Tiefe erhält und nicht mehr bloß das hilflose Opferlamm darstellt, das von Spider-Man gerettet werden muss. Und ihre Forderungen haben Gehör bei den Machern gefunden: Mary Jane, von Kirsten Dunst mit viel Charme gespielt, ist mehr als das naive Dummchen, sondern eine selbstbewusste junge Frau, die ihren Traum, Theater zu spielen, erfolgreich in die Tat umgesetzt hat und durchaus bereit ist, eigene folgenschwere Entscheidungen zu treffen.

Alfred Molina gibt Dr. Octavius, den eigentlichen Bösewicht des Filmes. Und das ist wirklich ein echter Bösewicht, der Respekt einflößt - was Molina auch recht gut darstellen kann. Seine anfängliche Unentschlossenheit und sein ungeochener Wille nach der Vollendung seines Lebenswerkes wird dem Publikum zweifelsfrei gut herübergebracht. James Franco spielt Harry Osborn, den zweiten Bösewicht - wenn man so sagen kann - leider bleibt er hinter Spiderman's Schatten relativ blass und kann so kaum mehr tun als in seinem Groll Spiderman zu hassen. Trotz seines unerschütterlichen Hasses gegenüber dem Spinnenhelden entscheidet er sich am Ende doch für die "gute" Seite, nachdem er herausfand das sein bester Freund, Peter Parker, Spiderman ist.

Schauspielerische Klasse lässt sich in den Nebenrollen finden: J.K. Simmons gibt einfach herrlich den arroganten, geldgierigen Zeitungsverleger und auch Rosemary Harris als Peters Tante May - deren Part erweitert wurde - gibt eine gute Leistung ab.



Fazit
Ein starker Film für Fans des Comics und des Genres. Auch Actionliebhaber kommen nicht zu kurz. Die Fortsetzung ist meiner Meinung nach besser als der erste Film, denn der Bösewicht sowie die Actionszenen waren um einiges besser. Die Handlung hat kaum Schwächen und auch die Special Effekts sind solide, die Schauspieler geben ihr bestes und somit ist "Spiderman 2" auf jeden Fall zu empfehlen. /pp

alle Bilder © Columbia Tristar


Cinefreaks Wertung:


 

Neuigkeiten zum Film

Fakten

Originaltitel:Spider-Man 2
Land/Jahr:USA 2004
Genre:Action, Fantasy
Regie:Sam Raimi
Drehbuch:Stan Lee, Steve Ditko
Musik:Danny Elfman
Studio:Columbia Tristar
FSK:
ab 12
Länge:127 min.
Budget:0
Deutschlandstart:08.07.2004
Internetseiten:
Trailer(High/Low):  /  

Produkte

Schauspieler und Rollen

Tobey Maguire Tobey Maguire
als "Peter Parker / Spider Man"
Kirsten Dunst Kirsten Dunst
als "Mary Jane Watson"
James Franco James Franco
als "Harry Osborn"
Alfred Molina Alfred Molina
als "Dr. Otto Octavius"
Rosemary Harris Rosemary Harris
als "Tante May"
Donna Murphy Donna Murphy
als "Rosalie Octavius"
J.K. Simmons J.K. Simmons
als "J. Jonah Jameson"

Verbindungen

Verbindung zu anderen Filmen/Schauspielern suchen:

 

Kommentare