Filmkritik zu Sin City

Sin City Sin City Sin City
Rot auf Schwarz/Weiss

In Robert Rodriguez' Sin City gibt es keine klare einheitliche Geschichte, sondern es werden dem Zuschauer 3 verschiedene Geschichten immer stueckchenweise praesentiert. Nach einer kurzen Einleitungssequenz mit "The Man" beginnt der Film mit Hartigan, dem einzig guten Cop in Sin City, welcher versucht, einen sadistisch veranlagten paedophilen Senatorensohn hinter Gitter zu bringen.

Danach schwenkt der Film zu dem Raufbold Marv, welcher in Sin City nicht gerade beliebt ist, erst recht nicht bei den Frauen. Doch in dieser Nacht beschert ihm Goldie die Nacht seines Lebens. Wieso weiss er auch nicht. Als er wenige Stunden spaeter aufwacht, liegt sie neben ihm tot im Bett. Somit beginnt seine Jagd auf den Moerder der einzigen Person, die je nett zu ihm gewesen war.

Im 3. und letzten Part legt sich Privatdetektiv Dwight mit einem Bad Cop Jackie Boy und seinen Kumpanen an. Die Kellnerin Shellie wurde von ihnen bedroht und Dwight verpasst Jackie Boy eine Abreibung, die er nicht so schnell vergessen wird. Wuetend faehrt er ins Old Town, dem Rotlichtviertel von Sin City. Dwight folgt ihm, damit er nicht noch mehr Schaden anrichtet, doch durch einen ungluecklichen Schicksalsschlag wird alles nur noch schlimmer...

In Sin City geht es nicht primaer darum, was gezeigt wird, sondern die Mischung aus "was" und "wie" macht den Film erst so revolutionaer. So eine Comicverfilmung gab es bisher noch nie und Rodriguez versuchte nicht, einen Film zu machen, sondern er wollte das Comic zum Leben erwecken und in bewegten Bildern zeigen, was ihm sehr gut gelang. Den Inhalt der 3 Stories hat Robert Rodriguez aus den 3 Comic-Baenden "The Hard Goodbye", "The Big Fat Kill" und "That Yellow Bastard".

Absolutes Kultpotenzial

Die Atmosphaere ist derart gut gelungen, dass man sich ab der ersten Sekunde in den Film hineinversetzt fuehlt, was zum grossen Teil auch an dem duesteren, aber sehr coolen Soundtrack liegt. Der Film wird zwar vorrangig in schwarz/weiss gehalten, doch teilweise stechen kraeftige Bunte Farben hervor oder in markanten Szenen wird das weisse Profil der Figuren auf total schwarzem Hintergrund gezeigt. Stilistisch eine Einzigartigkeit! Weiterhin ist zu erwaehnen, dass in jeder der 3 Stories die Hauptpersonen das Geschehen aus der Ich Perspektive erzaehlen, was auch selten zu sehen ist.

Der Film ist brutal, sehr brutal sogar. Die Macher des Films scheuten sich nicht vor literweise Blut oder abgetrennten Gliedmassen und sie versuchten auch nicht, es nur anzudeuten, es wird sehr viel gezeigt. Das wenige was nicht gezeigt wird, wird von den jeweiligen Erzaehlern detailliert beschrieben. Keine Sache fuer zartbeseidete Gemueter. Die Gewalt passt jedoch zu der duesteren Atmosphaere des Films und die Art, wie Mickey Rourke die Gewalt anwendet, laesst sie schon wieder fast humoristisch erscheinen. Auch seine und Hartigans Sprueche bringen den Zuschauer oft zum lachen.

Jeder Hauptcharakter wird im Laufe des Geschehens dem Zuschauer naehergebracht. Es bleibt nicht beim oberflaechlichen Betrachten, durch die Ich Perspektive erfaehrt der Zuschauer viel ueber die Gedanken und Gefuehle der Personen.

Die Schauspieler sind natuerlich wieder eine Klasse fuer sich. Auch die noch so kleinste Rolle wird mit weltbekannten Stars besetzt. Tommy Flanagan, welcher in Filmen wie Braveheart oder Gladiator mitspielte, spielt einen der Soeldner, welcher jedoch eine sehr kurze Rolle im Film hat. Ueber Bruce Willis muss nicht viel gesagt werden. Er ist wieder in seinem Element und bringt wie immer eine sehr gute Leistung. Sein Charakter Hartigan ist vielschichtig und die einzige selbstlose Person, die sein Leben fuer jemand anderen riskiert und sich am Ende sogar opfert. Mickey Rourke, welcher den Schlaeger Marv verkoerpert, gibt ebenfalls eine gute Rolle ab. Er ist sicherlich eine der sympathischsten Figuren im Film, aufgrund seiner Simplizitaet im Gegenteil zu Hartigan. Der Zuschauer kann seine Motive sehr gut verstehen und nachvollziehen. Weiter muss hier nicht gegangen werden, da Benicio Del Toro, Clive Owen, Michael Clarke Duncan, Elijah Wood etc alle sehr üeberzeugend sind und fuer sich sprechen. Die weiblichen Schauspieler hingegen sind da eher etwas zurueckhaltender im Reden und zeigen viel nackte Haut. Ja, Sin City ist eine boese, boese Stadt. Maennerherzen schlagen aber trotzdem schneller beim Anblick der leichtbekleideten Amazonen.

Fazit
Einer der besten Filme des Jahres. Einzig die Gewalt ist ein Aspekt, der viele Kinobesucher abschrecken könnte. Entweder man wird diesen Film lieben oder man wird ihn hassen. 2 Fortsetzungen sind schon in Planung und sie sollen beide 2007 erscheinen. /pp

alle Bilder © Buena Vista


Cinefreaks Wertung:


 

Neuigkeiten zum Film

Fakten

Originaltitel:Sin City
Land/Jahr:USA 2005
Genre:Drama
Regie:Robert Rodriguez, Frank Miller, Quentin Tarantino
Drehbuch:Frank Miller, Robert Rodriguez
Musik:Robert Rodriguez, John Debney, Graeme Revell
Studio:Buena Vista
FSK:
ab 18
Länge:124 min.
Awards/Preise:2005 Cannes Film Festival Preis für überragende Technik
Deutschlandstart:11.08.2005
Internetseiten:
Trailer(High/Low):  /  

Produkte

Schauspieler und Rollen

Jessica Alba Jessica Alba
als "Nany"
Benicio Del Toro Benicio Del Toro
als "Jackie Boy"
Brittany Murphy Brittany Murphy
als "Shellie"
Clive Owen Clive Owen
als "Dwight"
Mickey Rourke Mickey Rourke
als "Marv"
Bruce Willis Bruce Willis
als "Hartigan"
Rosario Dawson Rosario Dawson
als "Gail"

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