Filmkritik zu Edge of Love
Intrigen und Poesie
In jungen Jahren verliebt sich die zukünftige Sängerin Vera Phillips in ihren Freund Wilfred Hosgood. Dieser wird Dichter und reist viel um die Welt. Als sich beide an der Front des 2. Weltkriegs zur Unterstützung der Soldaten treffen, muss Vera feststellen, dass ihre Jugendliebe bereits verheiratet ist. Der Soldat William Killick hat aber bereits ein Auge auf Vera geworfen und bezirzt diese erfolgreich. Kurz darauf heiraten sie. Als jedoch William weiter in den Krieg zieht, geht Vera zusammen mit ihrer Jugendliebe und dessen Frau zurück nach Wales. Vera, zur Hochzeit von ihrem Mann William geschwängert, bekommt ihr Kind und zieht es mit ihren Freunden zusammen auf. Nach kurzer Zeit entfacht jedoch die Liebe mit Willfried, der sehr Polygam durch das Leben zieht. Als Veras Mann aus dem Krieg zurückkehrt, bemerkt dieser die innige Freundschaft der beiden und ist sichtlich erbost.
Sex and Cigarettes
Wenn man den Film in wenigen Worten beschreiben soll ist dies nicht schwer. Nahezu in jeder Szene sieht man einen der Darsteller mit einer Zigarette im Mund. Sowohl während des Krieges, als auch im heimischen Wales wird eine Kippe nach der anderen geraucht. Es kommen daher ernsthafte Bedenken über die Gesundheit der Schauspieler auf, welche aber glücklicherweise nach dem Dreh noch leben! Doch nicht nur der Glimmstängel ist eine sehr markante Eigenheit des Films. Auch der Sex wird sehr exzessiv betrieben. Dies dient zwar dem Inhalt des Filmes, der verdeutlicht, dass Liebe auch nur Spaß ohne Verpflichtungen sein kann (besonders für Künstler und Dichter), ist aber Aufgrund der Häufigkeit und Kälte eher anstrengend als romantisch.
Mimik
Den meisten unter euch sollte Keira Knightley ein Begriff sein. Entweder kennt man sie aus der Trilogie "Fluch der Karibik" oder von Filmen wie "Kick it like Beckham". Was hat sie in allen dieser Filme gemein? Sie ist eine etwas zickigere, hochnäsige und abenteuerlustige Frau, die schnell anstrengend werden kann. Leider, so hat man das Gefühl, kann sie nur diese Rolle spielen. So sieht man auch in diesem Film eigentlich nur 2 Mimiken. Das alt bekannte Gesicht für "Ihr seid so ein Widerling, ich hasse euch!" und "Wer ist der Fremde dahinten an der Bar? Den würde ich gerne mal kennenlernen!". Diese zwei Gesichtszüge werden nahezu konstant durch den Film getragen, und stellen erneut ein Déjà-vu nach dem anderen auf.
Emotionen kommt raus, versteckt euch nicht
Durch eben jene bereits beschriebenen häufigen Sexszenen, den Gedichten von Wilfred und der "altertümlichen" Atmosphäre versucht der Film fast zwanghaft Emotionen aufzubauen. Dies gelingt ihm aber sehr selten. So kann sich der Zuschauer eher schwer in eine der Rollen versetzen, da diese auf extremer, ja sogar übertriebener, Schauspielerei wie in einem Theater oder Musical beruhen. Die Romatik verblasst und die Gefühle zum bequemen Kinosessel werden stärker als die zum Film.
Fazit
Zu viel Rauch vernebelt den Film.
wralle Bilder © Koch Media
Cinefreaks Wertung:
Fakten
| Originaltitel: | The Edge of Love |
| Land/Jahr: | UK 2008 |
| Genre: | Drama |
| Regie: | John Maybury |
| Drehbuch: | Sharman Macdonald |
| Studio: | Koch Media |
| FSK: | ab 12 |
| Länge: | 110 min. |
| Deutschlandstart: | 23.07.2009 |
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