Filmkritik zu Insomnia - Schlaflos
Vorzeige-Cop
Will Dormer ist ein vorbildlicher Polizist. So vorbildlich, dass andere
Polizisten in der Ausbildung seine Fälle einstudieren. Er wird zusammen
mit seinem Partner Detective Eckhart nach Nightmute Alaska berufen, um
einen ungeklärten Todesfall zu untersuchen. Was von Beginn an klar wird
ist, dass es zwischen den beiden Polizisten Unstimmigkeiten gibt. Daher ist
"Berufen" vielleicht das falsche Wort. Er wird viel mehr dort hingeschickt,
um einen aktuellen Prozess in seiner Heimatstadt aus dem Weg zu gehen.
Denn ganz so unbefleckt, wie es den Anschein hat, ist Dormer wohl doch
nicht. In Nightmute angekommen, wird er von der frisch aus der Akademie
kommenden Polizistin Ellie, die zwar noch ein Grünschnabel aber mit
den Fällen ihres Vorbildes bestens vertraut ist, empfangen und zum
Revier geleitet.Ohne große Umschweife beginnt Dormer mit der Untersuchung des Falls und findet schnell heraus, dass die Getötete einen Günstling gehabt haben muss. Die Befragung ihres Freundes und ihrer besten Freundin, ergibt jedoch noch nicht ganz so viel, doch Dormer schafft es durch viele Einzelheiten den Täter (mit Namen Walter Finch) ausfindig zu machen.
Weiße Nächte von Alaska
In Nightmute herrscht gerade Mitternachtssonne, was es einigen
Neuankömmlingen in dem Örtchen teilweise unmöglich macht, Schlaf zu finden.
So ergeht es auch Will. Sein Zimmer lässt sich anscheinend nie komplett
abdunkeln. Diese Schlaflosigkeit zehrt ziemlich an ihm. So taumelt
er vor lauter Müdigkeit teilweise stark durch die Gegend. Als bei dem
Versuch den Täter in eine Falle zu locken und anschließend einzukreisen,
Dormer und seine Kollegen den Mörder nicht nur verfolgen, sondern er auch
noch versucht diesen an der Flucht durch Erschießen zu hindern, trifft er
seinen Partner, der daraufhin stirbt.
Der schmale Grat zwischen Totschlag und Mord
Im Rechtswesen mögen die Begriffe klar abgegrenzt sein, im Film wird
jedoch versucht, diese näher aneinander heranzubringen. So ist es sowohl
bei der Tötung durch Walter Finch nicht ganz klar, ob es Mord war oder
nicht, ebenso bei dem eben beschriebenen Fall von Detective Dormer, der
durch seine Schlaflosigkeit nicht mehr ganz zurechnungsfähig zu sein
scheint und seine Handlungen im Nachhinein betrachtet, nicht ganz unter
Kontrolle gehabt zu haben schien. So versucht der Film, geleitet durch
Walter Finchs Aussagen zu seinem eigenen Tathergang, Gleichheiten zwischen
beiden Tätern herzustellen.
klick für SPOILER
Der Film zeichnet sich besonders durch die guten Dialoge aus sowie durch die Schauspieler, die dem Film den nötigen Realismus verleihen. Allen voran Al Pacino, der den schweren Part der Schlaftrunkenheit recht gut herüberbringt. Als Gegenspieler steht ihm Robin Williams gegenüber, der schon in One Hour Photo einen Bösewicht spielte, welcher sich wie hier durch seine psychischen Charaktereigenschaften auszeichnete.
Fazit
Ein guter Kriminal-Film, mit klasse Schauspielern, intelligenten Dialogen, und ein bis zwei Lehren, die man ziehen kann. Auf jedenfall zu empfehlen.
walle Bilder © Warner
Cinefreaks Wertung:
Fakten
| Originaltitel: | Insomnia |
| Land/Jahr: | USA/Kanada 2002 |
| Genre: | Thriller, Mystery |
| Regie: | Christopher Nolan |
| Drehbuch: | Hillary Seitz, Nikolaj Frobenius, Erik Skjoldbjærg |
| Studio: | Warner |
| Body Count: | 4 |
| Deutschlandstart: | 10.10.2002 |
| Script zum Film: |
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