Filmkritik zu 8. Wonderland

8. Wonderland“ erzählt die atemberaubende Geschichte eines virtuellen Staates, den ein global zusammengesetztes Kollektiv aus Hunderten von Menschen im Internet gegründet hat. Sie wollen den bloßen Worten der Politik Taten entgegensetzen. Wöchentlich stimmen die Bürger des 8. Wonderland über die nächsten Aktionen ab. Per demokratischen Beschluss wird so der Vatikan mit Kondom-Automaten dekoriert, wird eine Darwin-Bibel in Massenauflage gedruckt, werden millionenschwere Fußballprofis in einen chinesischen Sweatshop zur handgearbeiteten Massenschuh-Produktion verfrachtet. Das 8. Wonderland streut Salz in die Wunden der globalkapitalistischen Ungerechtigkeiten. Mit den sich radikalisierenden Aktionen erschüttern die Web-Revolutionäre nicht nur die Aufmerksamkeits-Ökonomie der internationalen Medien, sondern auch die der westlichen Geheimdienste, die globale Krisen heraufziehen sehen. Die staatlichen Suchmaschinen durchforsten das Internet und versuchen, dem neuen sozialen Alltag im Internet Herr zu werden. Doch die Flüchtigkeit, Variabilität und Mobilität der modernen Nomaden ist längst zum funktionierenden Gegenmodell staatlicher Kontrolle geworden. Als ein Hochstapler behauptet, Gründer und Kopf vom 8. Wonderland zu sein und seine Popularität für Werbespots ausnutzt, müssen die Internet-Partisanen jedoch handeln, wenn sie ein eigenes Gesicht wahren wollen. Allzu schnell sitzen sie in der Diskursfalle: als die Mächtigsten beginnen, der virtuellen Gemeinschaft Gewaltakte in die Schuhe zu schieben, ist die Jagd nach den Terroristen des 8. Wonderland offiziell eröffnet.

IMDB Wertung:


 

Neuigkeiten zum Film

Fakten

Originaltitel:8th Wonderland
Land/Jahr:Frankreich 2010
Genre:Drama,Thriller
Regie:Nicolas Alberny,Jean Mach
Drehbuch:Nicolas Alberny, Jean Mach
Studio:Neue Visionen
FSK:
ab 12
Länge:94 min.
Deutschlandstart:12.08.2010
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