Filmkritik zu Capote

Capote Capote Capote
"Kaltblütig"...

heißt das Buch, das Truman Capote als einen der besten und extravagantesten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts in die Geschichte eingehen ließ. Der Film zeigt die einzelnen Etappen der Entstehung des Buches und wie es dazu kam.

Im Jahre 1959 wird in einer ländlichen Region von Kansas eine 4-köpfige Familie brutal ermordet. Truman Capote, durch "Frühstück bei Tiffany" berühmt geworden, genießt sein Leben in New York und schwingt bei Partys große Reden und sonnt sich in seinem Glanze. Als er von dem Verbrechen hört, wittert er die nächste Chance und begibt sich mit seiner Assistentin und Freundin Harper Lee, welche sich durch "Wer die Nachtigall stört" zu einer berühmten Schriftstellerin etablierte, nach Kansas und beginnt seine Recherchen für einen Artikel für den New Yorker. Sein sonderbares Verhalten und seine Redensart trifft bei den Dorfbewohnern erst einmal auf Skepsis, doch als er sich mit dem Sheriff anfreundet, geht es mit den Informationen voran.

In der Zwischenzeit werden die Verbrecher geschnappt. Es sind 2 Männer, Perry Smith und Richard Hickock. Sie werden zum Tode verurteilt und sitzen ab diesem Zeitpunkt im Gefängnis. Capote verschafft sich Zugang zu ihnen und unterhält sich mehrere Monate intensiv mit Perry Smith, um mehr für sein Buch zu recherchieren. Dadurch baut sich sowas wie eine Freundschaft zwischen ihnen auf, welche Capote aber nicht so ernst zu nehmen scheint...

Story

Capote, als eine sehr egozentrische und außergewöhnliche Person, geht an den sich wiederholenden Aufschiebungen der Urteile förmlich kaputt. Nach "Kaltblütig" schrieb er nie wieder ein Buch zu Ende und trank sich 1984 zu Tode. Zu Beginn verliebt er sich in Perry Smith und ist so lange wie möglich in seiner Zelle um sich mit ihm zu unterhalten, doch mit der Zeit und als er genug Informationen gesammelt hat, wendet sich das Blatt und seine Euphorie für ihn wandelt sich zu Desinteresse, ja er wird ihm sogar lästig und hofft auf ein baldiges Ende. Perry gegenüber hält er sogar bis zu seinem Tod den Titel des Buches geheim um sein Gesicht ihm gegenüber zu bewahren.

Bennett Miller lieferte mit "Capote" ein sauberes Regiedebüt ab und hat sich somit in der Welt der "Großen" Gehör verschafft. Die Tiefe der Charaktere ist sehr gut und die schauspielerische Leistung, mit einem enormen Abstand geführt von Philip Seymour Hoffman, ist außergewöhnlich, deswegen ist der Oscar für ihn als besten Hauptdarsteller verständlich. Doch der Film hat dennoch ein paar Schwächen. Der letzte Teil ist zu langatmig und viele Szenen wiederholen sich, wie etwa Capote bei Partys auf denen er die Meute mit seinen Reden unterhält. Weiterhin bleibt der Film etwas zu kühl und man kann keine richtigen Emotionen empfinden, weder zu Capote noch zu den Killern.

Fazit
Ein guter Film, der mit sehr guten Schauspielern trumpft und wenig Schwächen zeigt. /pp

alle Bilder © Sony Pictures


Cinefreaks Wertung:


 

Neuigkeiten zum Film

Fakten

Originaltitel:Capote
Land/Jahr:USA 2005
Genre:Drama
Regie:Bennett Miller
Drehbuch:Dan Futterman
Musik:Mychael Danna
Studio:Sony Pictures
FSK:
ab 12
Länge:114 min.
  Body Count:8
Awards/Preise:2006 Oscar für "Bester Hauptdarsteller"
Deutschlandstart:02.03.2006
Internetseiten:
Trailer(High/Low):  /  
Script zum Film:

Produkte

Schauspieler und Rollen

Philip Seymour Hoffman Philip Seymour Hoffman
als "Truman Capote"
Catherine Keener Catherine Keener
als "Nelle Harper Lee"
Clifton Collins jr. Clifton Collins jr.
als "Perry Smith"
Chris Cooper Chris Cooper
als "Alwin Dewey"
Bruce Greenwood Bruce Greenwood
als "Jack Dunphy"
Bob Balaban Bob Balaban
als "William Shawn"
Amy Ryan Amy Ryan
als "Marie Dewey"

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