Filmkritik zu Hard Candy
Rotkäppchen und der böse Wolf
Der 32-jährige Fotograf Jeff lernt über das Internet die 14-jährige Hayley kennen und nach der obligatorischen Wartezeit verabreden sie sich zu einem Blind Date in einem Cafe. Hayley verhält sich von Anfang an total anders als eine normale 14-jährige und Jeff nimmt sie mit seinem Auto mit zu seiner Wohnung. Sie ist klug genug und nimmt Jeff's Drink nicht an, doch dreht kurzerhand den Spieß um und mixt selber ein paar Drinks. Jeff denkt sich dabei nichts, doch als er nach plötzlicher Ohnmacht wieder aufwacht, findet er sich an einen Stuhl gefesselt. Und Hayley beginnt mit ihren Spielchen...
Böses Rotkäppchen?
Der Regisseur begibt sich mit "Hard Candy" auf einen gefährlichen Pfad, denn er spricht zwar eindeutig gegen Pädophilie, aber dem Anschein nach für Selbstjustiz. Man bekommt recht schnell Mitleid mit Jeff und ob das der Sinn war, sei in den Raum gestellt. Denn man weiß lange nicht, wer nun Recht hat und wer hier der "Böse" ist. Hayley's gnadenloses Verhalten gegenüber Jeff und ihre Foltermethoden werden vor allem die Männer in den Zuschauerreihen ins Schwitzen bringen und man fragt sich, ob Jeff nicht doch unschuldig und Hayley verrückt ist.
Vom schauspielerischen Standpunkt hatten die Macher wirklich ein glückliches Händchen, denn die Hauptdarsteller machen ihre Sache in der ständig wechselnden Täter-Opfer Rolle nahezu perfekt. Patrick Wilson als der in die Enge getriebene Fotograf spielt seine Opferrolle sehr gut und glaubwürdig. Raffiniert und verschlagen auf der einen Seite, doch wenn er keinen Ausweg mehr sieht, zornig und wild. Ellen Page's Leistung als der kleine Racheengel ist jedoch auf einem noch größeren Level. Sie bringt die Klugheit und Gerissenheit von Hayley erst richtig zur Geltung und wird wahrscheinlich lange mit dieser Rolle in Verbindung gebracht werden.
Doch bei allem Licht gibt es auch einen Schatten. Ab der Mitte etwa verliert der Film an Spannung und es dauert, bis es dann zum Ende kommt, welches jedoch auch einen Schwachpunkt des Films darstellt. Denn ganz logisch ist dieses nicht und wird einen etwas faden Nachgeschmack hinterlassen. Der Zuschauer fühlt sich ob der Schlampigkeit der Story beim Ende, was beim Rest des Films keineswegs der Fall ist, etwas im Regen stehen gelassen.
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Der 32-jährige Fotograf Jeff lernt über das Internet die 14-jährige Hayley kennen und nach der obligatorischen Wartezeit verabreden sie sich zu einem Blind Date in einem Cafe. Hayley verhält sich von Anfang an total anders als eine normale 14-jährige und Jeff nimmt sie mit seinem Auto mit zu seiner Wohnung. Sie ist klug genug und nimmt Jeff's Drink nicht an, doch dreht kurzerhand den Spieß um und mixt selber ein paar Drinks. Jeff denkt sich dabei nichts, doch als er nach plötzlicher Ohnmacht wieder aufwacht, findet er sich an einen Stuhl gefesselt. Und Hayley beginnt mit ihren Spielchen...
Böses Rotkäppchen?
Der Regisseur begibt sich mit "Hard Candy" auf einen gefährlichen Pfad, denn er spricht zwar eindeutig gegen Pädophilie, aber dem Anschein nach für Selbstjustiz. Man bekommt recht schnell Mitleid mit Jeff und ob das der Sinn war, sei in den Raum gestellt. Denn man weiß lange nicht, wer nun Recht hat und wer hier der "Böse" ist. Hayley's gnadenloses Verhalten gegenüber Jeff und ihre Foltermethoden werden vor allem die Männer in den Zuschauerreihen ins Schwitzen bringen und man fragt sich, ob Jeff nicht doch unschuldig und Hayley verrückt ist.
Vom schauspielerischen Standpunkt hatten die Macher wirklich ein glückliches Händchen, denn die Hauptdarsteller machen ihre Sache in der ständig wechselnden Täter-Opfer Rolle nahezu perfekt. Patrick Wilson als der in die Enge getriebene Fotograf spielt seine Opferrolle sehr gut und glaubwürdig. Raffiniert und verschlagen auf der einen Seite, doch wenn er keinen Ausweg mehr sieht, zornig und wild. Ellen Page's Leistung als der kleine Racheengel ist jedoch auf einem noch größeren Level. Sie bringt die Klugheit und Gerissenheit von Hayley erst richtig zur Geltung und wird wahrscheinlich lange mit dieser Rolle in Verbindung gebracht werden.
Doch bei allem Licht gibt es auch einen Schatten. Ab der Mitte etwa verliert der Film an Spannung und es dauert, bis es dann zum Ende kommt, welches jedoch auch einen Schwachpunkt des Films darstellt. Denn ganz logisch ist dieses nicht und wird einen etwas faden Nachgeschmack hinterlassen. Der Zuschauer fühlt sich ob der Schlampigkeit der Story beim Ende, was beim Rest des Films keineswegs der Fall ist, etwas im Regen stehen gelassen.
Fazit
Ein durchaus sehenswerter Thriller, der jedoch wegen dem eigentlichen Thema des Films nichts für schwache Gemüter ist und für Diskussionen sorgen wird. Schauspielerisch jedenfalls ein Geheimtipp und bis auf das Ende mit einer raffinierten Story gesegnet.
palle Bilder © Senator
Cinefreaks Wertung:
Fakten
| Originaltitel: | Hard Candy |
| Land/Jahr: | USA 2004 |
| Genre: | Thriller |
| Regie: | David Slade |
| Drehbuch: | Brian Nelson |
| Musik: | Molly Nyman, Harry Esscott |
| Studio: | Senator |
| FSK: | ab 18 |
| Länge: | 104 min. |
| Deutschlandstart: | 29.06.2006 |
| Internetseiten: | |
| Trailer(High/Low): | / |
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