Filmkritik zu Ringu

Ring - Das Original

Der Ring oder Ringu ist das japanische Original des Hollywood remakes "The Ring". Die Geschichte handelt von einem mysteriösem Videoband, dass wenn man es einmal gesehen hat, einem nach genau einer Woche das Leben kostet.
Der Film beginnt mit zwei Freundinnen, die allein zu hause sind und sich gegenseitig Gruselgeschichten erzählen. Eines der Mädchen fängt dann an die Geschichte über das geheimnisvolle Videoband zu erzählen und dass sie es wirklich vor einer Woche gesehen hat. Nur kurz darauf ist sie tot.
Die Journalistin Reiko Asakawa, gleichzeitig Tante des verstorbenen Mädchens, interessiert sich für den Fall und findet heraus, dass schon andere Jugendliche, die das Video gesehen haben unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen sind, meistens hat bei den Opfern einfach das Herz aufgehört zu schlagen. Nach nur kurzer Suche findet Asakawa auch tatsächlich dieses Videoband und schaut es sich an. Das Band geht etwa nur ein bis zwei Minuten und es ist nur scheinbar zusammenhangloses Amateurfilmermaterial darauf. Ein wenig unscharf und vergriselt ist es dann auch schon vorbei und genau wie in der Legende vorhergesagt klingelt auch bei Reiko direkt nach dem Ansehen das Telefon und eine Frauenstimme sagt zu Ihr, dass Sie noch genau sieben Tage zu leben hat.
Sie bittet Ihren Exmann zu hilfe, gibt ihm eine Kopie des Bandes und hofft das Rätsel lösen zu können. Nach mehrmaligem Sehen findet Asakawa nach und nach die Puzzleteile der Geschichte hinter dem Band heraus und es wird immer spannender, zudem Ihre Zeit kontinuirlich verinnt...

Die Idee

Die Idee der Geschichte ist einzigartig und eine wohltuhende Abwechslung zum standartmäßigen Geschlachte à la "Freddy vs. Jason", dem texanischen Kettensägenmassaker oder anderen Slasherfilmen.
Die Spannung baut sich im wesentlichen durch das Unbekannte auf, welches im Laufe der Handlung Stück für Stück enthüllt wird und dann doch ungeklärt bleibt. Im Vergleich zu stupiden Horrorfilmen, in dem es ein böses Monster gibt, welches Hirnlos seine Opfer ohne Gnade niedermetzelt, bleibt die Spannung in Ringu durchweg erhalten. Interessante Wendungen, die die bis dahin enthüllte Wahrheit wieder Umkehren oder neue Fragen und Problem aufwerfen, halten die Story auf einem Spannungsmäßigen Höhepunkt.

Vergleich zum Remake aus Hollywood

Hollywood hat nach Süd-Korea nun auch ein Remake des japanischen Kultfilms gemacht und 2002 in die Kinos gebracht. Vergleicht man den Anfang der Filme, so findet man so gut wie keinen Unterschied, doch im Laufe der Handlung muss man feststellen, das die US Version stark an der Hintergrundgeschichte herumgespielt hat. Der originale Hintergrund der Story ist wesentlich cooler aber leider auch in zu kurzen Rückblicken und zum Teil auch Visionen an den Zuschauer gebracht so dass ein grosser Teil der Atmosphäre verloren geht. In der amerikanischen Fassung sucht die Journalistin intensiver nach dem Ursprung des Videobandes und stößt so auf unerwartete Tatsachen, die dem Zuschauer immer einen tieferen Blick in die Legende um das Band erlauben.
Ein wesentlciher Unterschied ist auch der Inhalt der Videobänder in der US und japanischen Version. Während das japanische Band eher kurz und vergriselt ist, wirkt das der US Version sehr professionell gemacht, zu sauber, viel länger und ist mit mehr Inhalt gespickt. Die Bedeutung des Inhaltes des Bandes kommt aber eben auch in der amerikanischen Version deutlich besser zu tage und baut eine ungeheure Atmosphäre auf. Ausserdem lässt sich dadurch die Handlung besser Verfolgen. Die Spannungsspitzen und Wendungen kommen in dem US Remake stärker zur Geltung und wirken dramatischer, vor allem weil man den "normalen" Hollywood Stil kennt, bei dem die Handlung nach dem Höhepunkt langsam ausklingt. Genau dies wird angedeutet, und dann steigt die Spannung bis zur letzten Sekunde des Films nocheinmal an. Weder Ringu noch "The Ring" haben ein zufriedenstellendes Ende und deswegen gibt es auch Ring 2 oder eben das amerikanische Remake des Nachfolgers: "The Ring 2".
Fazit
Ringu ist ein ausgefallener mysteriöser Film mit vielen neuen Ideen und spannenden Wendungen. Der Film hat aber leider auch nicht sein volles Potential ausgeschöpft und man hätte an der Umsetzung noch ein wenig feilen können. Alle, die auf Horror oder vielleicht eher auf Mystery stehen, müssen den Film auf jeden Fall sehen. /dd

alle Bilder © Universal


Cinefreaks Wertung:


 

Fakten

Originaltitel:Ringu
Land/Jahr:Japan 1997
Genre:Horror, Mystery
Regie:Hideo Nakata
Drehbuch:Hiroshi Takahashi, Kôji Suzuki
Musik:Kenji Kawai
Studio:Universal
FSK:
ab 16
Länge:96 min.
Deutschlandstart:15.03.2003

Produkte

Schauspieler und Rollen

Nanako Matsushima Nanako Matsushima
als "Reiko Asakawa"
Miki Nakatani Miki Nakatani
als "Mai Takano"
Hiroyuki Sanada Hiroyuki Sanada
als "Ryuji Takayama"
Yuko Takeuchi Yuko Takeuchi
als "Tomoko Oishi"
Hitomi Sato Hitomi Sato
als "Masami Kurahashi"
Yoichi Numata Yoichi Numata
als "Takashi Yamamura"
Yutaka Matsushige Yutaka Matsushige
als "Yoshino"

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