Filmkritik zu Alexander

Eroberungswütigster Feldherr der Geschichte
Alexander (Colin Farrell) wird schon in früher Jugend als Sohn des Königs bleibend geprägt und wird schon im Kindesalter im Nahkampf, Philosophie und Kriegstaktik unterrichtet. Seine Mutter Olympias (Angelina Jolie) und sein Vater Philip (Val Kilmer) leben zusammen in einem permanenten Kleinkrieg miteinander und Alexander weiß nicht, zu wem er mehr halten soll. Zu seiner Mutter, die hinterrücks ist und sich nichts sehnlicher wünscht als den Tod ihres Gatten, oder zu seinem Vater, der eine gespaltene Meinung über seinen Sohn hat. Als Alexander 20 ist, heiratet sein Vater Philip eine andere Frau und schürt damit den Zorn Alexander's. Es kommt zum Streit und Alexander lehnt sich gegen seinen Vater auf. Kurz darauf wird Philip ermordet und Alexander wird überrascht zum neuen König Makedoniens erklärt. Damit beginnt sein Feldzug gegen die ganze Welt.

Zuerst zwingt er die Griechen in die Knie und entreißt so den über den Westen herrschenden Persen ein Stück Macht. Dann erobert er Ägypten und wird als neuer Pharao und Sohn Zeus' gekrönt. Kurz darauf besiegt er die zahlenmäßig stark überlegene Armee der Perser und besetzt Babylon. Dort rekrutiert er neue Krieger und reist weiter nach Osten. Er verliert nie eine Schlacht und erobert ein Reich nach dem anderen. Nach vielen Jahren erreicht er den Himalaya und muss eingestehen, dass er ihn nicht überqueren kann. Er entschließt sich darauhin, nach Süd-Osten über Indien zu reisen. Doch mit seiner Eroberungswut hat er seine Armeen gespalten, die nun schon aus Griechen, Makedonen, Persern und Indern besteht. Viele seiner Krieger sind müde und wollen zurück nach Babylon, doch Alexander hört nicht auf sie und will weiter bis zum Ende der Welt. Seine Krieger ehren ihn wegen seines Mutes und seines Eifers im Kampf, aber seine Persönlichkeit ist der Grund des Angriffes und so wird er beschimpft und verraten.

In diesen Stunden sucht Alexander noch stärker die Nähe seines besten Freundes und Heeresführers Hephaistion, welchen er mehr liebt als seine Ehefrau Roxane. Die Armee zieht nichtsdestotrotz weiter nach Indien und erobert viele Städte. In einem weiteren Streit beschimpft sein Weggefährte Kleitos Alexander's Mutter und wird daraufhin von ihm getötet. Als er tiefer nach Indien vordringt, trifft er auf einen Gegner, welchen er nich besiegen kann. Kriegselefanten, geführt von indischen Völkern fügen Alexander's Armee in der Schlacht erheblichen Schaden zu und scheinen unbesiegbar. Doch Alexander zieht sich nicht zu und stürzt sich voll ins Gemenge. Er wird von einem Armbrustbolzen getroffen und sein treues Pferd, von Pfeilen und Speeren durchbohrt, wird getötet.

Alexander jedoch überlebt und beschließt, mit seiner Armee zurück nach Babylon zu reisen, um sich von den Anstrengungen des langjährigen Krieges zu erholen. Nach kurzer Zeit erkrankt Hephaistion an einer scheinbaren Krankheit und Alexander macht sich ernste Sorgen. Der Arzt versichert ihm, dass er überleben wird, doch nur wenige Minuten darauf stirbt Hephaistion. Alexander, außer sich vor Wut und Trauer, lässt den Arzt hinrichten. Am selben Abend trinkt Alexander mit Absicht einen großen Becher Wein, obwohl er weiß, dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit vergiftet ist. Der Verdacht bestätigt sich, und Alexander stirbt am nächsten Morgen. Seine Macht geht an Ptolemaios über, sein Reich wird trotzdem in 4 Stücke geteilt und Ptolemaios herrscht nun über Makedonien und Teile Persiens.

Vergleich zu Troja
Alexander kann sich in kaum einer Hinsicht mit Troja messen, bis auf die Schlachten und Kampfchoreographien. In Alexander gibt nur eine Hauptperson und alle anderen Charakter spielen keinen wiegenden Gegenpart, weswegen der Film eintönig wird. Da es keine guten charakterlichen Entwicklungen oder Darstellungen gibt, fiebert man als Zuschauer nicht mit und lässt sich nur berieseln. In Troja hingegen hat Achilles Hektor als Erzfeind und beide ergänzen sich perfekt, unterstützt von ihrer sehr guten charakteristischen Darstellung. Das ist ein weiterer Kritikpunkt an Alexander.

Colin Farrell ist in den meisten Filmen ein guter Schauspieler, doch für diese Rolle fehlt ihm wahrscheinlich einfach die Erfahrung und er kann seiner Hauptrolle keinen richtigen Charakter einhauchen. Auch die anderen Schauspieler können nicht richtig überzeugen. Angelina Jolie gibt zwar eine gute Leistung ab, doch ihre Rolle im Film und vor allem ihr Text lässt viele Szenen im Film zu überdreht und kitschig aussehen. Auch das ewige Gekrieche ihrer Schlangen ist auf die Dauer lachhaft.

Val Kilmer als König Philip ist auch nicht zu übersehen und hat mehr Charakter als Alexander selbst, doch auch seine Person als Philip bleibt uns nicht sehr positiv im Gedächtnis hängen. Sir Anthony Hopkins spielt den gealterten Ptolemaios zwar recht gut, doch seine Reden über Alexander wirken ebenfalls kitschig, denn er spricht von ihm in den höchsten Tönen und bezeichnet ihn als Halbgott, doch der eigentliche Film zeigt uns ganz andere Bilder. Rosario Dawson, welche Alexander's Frau Roxana spielt, zeigt uns zwar ihre ansehnliche Oberweite, überzeugt aber sonst nicht.

Die Kämpfe jedoch sind gut choreographiert und sind teilweise sehr ansehnlich, auch wenn die Kameraführung manchmal so wackelig ist, dass man nur Bruchstücke mitbekommt. Kämpfe mit Kriegselefanten hat es so vorher noch nie gegeben und deswegen gibt es im Film dennoch ein paar Szenen, die gefallen.
Fazit
Alexander der Große, der wohl größte Eroberer der Geschichte, wurde schon in vielen Filmen dargestellt. Der neueste Film von Oliver Stone mit Colin Farrell in der Hauptrolle als Alexander sollte als monumentales Schlachtenepos dargestellt werden, endete aber als überambitionierter Durchschnittsfilm mit schnulzigen Sprüchen, homogener Story, jedoch auch guten Schlachtszenen. /pp

alle Bilder © Constantin


Cinefreaks Wertung:


 

Fakten

Originaltitel:Alexander
Land/Jahr:USA/UK 2004
Genre:Historie
Regie:Oliver Stone
Drehbuch:Oliver Stone, Christopher Kyle
Musik:Vangelis
Studio:Constantin
FSK:
ab 12
Länge:176 min.
Budget:0
Deutschlandstart:23.12.2004
Internetseiten:
Trailer(High/Low):  /  

Produkte

Schauspieler und Rollen

Anthony Hopkins Anthony Hopkins
als "Ptolemäus"
David Bedella David Bedella
als "Scribe"
Angelina Jolie Angelina Jolie
als "Olympias"
Val Kilmer Val Kilmer
als "König Philip"
Colin Farrell Colin Farrell
als "Alexander"
Jared Leto Jared Leto
als "Hephaistion"
Rosario Dawson Rosario Dawson
als "Roxane"

Drehorte


Alle Drehorte auf der Welt ansehen

Verbindungen

Verbindung zu anderen Filmen/Schauspielern suchen:

 

Kommentare