Filmkritik zu Saw

Kranke Spielchen

Adam und Lawrence wachen in einem versifften alten Bad auf und wissen nicht, wo sie sind. Sie sind mit massiven Ketten an Heizungsrohre gekettet und haben so keine Chance zu entkommen... noch nicht. In der Mitte des Raumes liegt eine blutüberströmte Leiche, die keiner vorher jemals gesehen hat. Sich anscheinendend gegenseitig nicht bekannt, erzählen die beiden sich gegenseitig ihre Geschichten und an was sie sich als letztes erinnern können. Wieso sie sich nun hier befinden und was mit ihnen passieren wird, ist beiden zunächst ein Rätsel.

Adam und Lawrence sind die Opfer eines kranken Psychopathen, der sich Menschen aussucht, um ihnen die Werte des Lebens beizubringen. Nach seiner Meinung nehmen die Menschen ihr Leben als zu selbstverständlich hin und sollen lernen, es zu schätzen. Er gibt ihnen kleine Hinweise und Hilfen, dem Rätsel auf die Spur zu kommen und spielt sie gleichzeitig brutal gegeneinander aus. Mit einer Säge, die zu stumpf ist, um die Fesseln durchzusägen, gibt er ihnen nur die Möglichkeit, sich einen Fuß abzutrennen, um frei zu kommen. Doch Adam und Lawrence ziehen dies zuerst nicht in Betracht, sondern suchen andere Wege um aus dem kranken Spiel zu entkommen. Doch ihnen ist ein Zeitlimit gegeben was sie besser nicht überschreiten und so langsam finden sie heraus, wer hinter den Kulissen steht und die Fäden zieht...

Mal was neues

In der letzten Zeit hatte das Horrorgenre nichts neues mehr zu bieten außer ausgelutschten Plots und blutrünstige Killer die jeden töten, der ihnen über den Weg läuft. Weder "Freddy vs. Jason", "House of the 1000 corps" oder sogar "Texas Chainsaw Massacre" brachten das Genre richtig voran. Nun haben 2 australischen Filmstudenten diese Barriere endlich durchbrochen und einen Film geschaffen, der unaufhörlich an den Nerven des Zuschauers zerrt, wie schon lange kein Film mehr. Mit einem kleinen Budget von nur 1,2 Millionen Dollar haben James Wan und Leigh Whannell wirlich das Maximale aus dem Film herausgeholt. Ihr Drehbuch ist fast perfekt und zeigt ungeahnte Innovativität.

Es sind mehrere Handlungsstränge geschickt miteinander verbunden und passen so sehr gut zusammen. Da ist einerseits der Kampf von Adam und Lawrence in der Gegenwart und dann wird wieder gezeigt wie der fanatische Cop Tabb und sein Partner Sing auf die Spur des kranken "Jigsaw"-Killers kommen und ihn fast schnappen. Das, was der Killer mit seinen Opfern anstellt ist krank und sehr brutal, aber der tatsächliche Blutgehalt hält sich in Grenzen. Den ganzen Film überzieht eine spannende Atmosphäre, so kommt der Zuschauer nie auf die Idee, gelangweilt zu sein. Es gibt jedoch ein paar Fehler im Film, ohne die die Geschichte am Ende jedoch nicht aufgehen würde und diese fallen so nicht großartig ins Gewicht.

Schauspielerisch überzeugt an erster Front Cary Elwes, der aus der zweiten Reihe Hollywoods aufrücken darf. Er macht den Terror sehr gut greifbar, dem sein Dr. Gordon ausgesetzt ist, übertreibt es aber an manchen Stellen etwas. Drehbuchautor und 2. Hauptdarsteller Leigh Whannell fällt dagegen ein wenig ab, schafft es aber immer noch, seinem Adam die nötige Glaubwürdigkeit zu verleihen. Die größeren Namen des Films sind hier nur in Nebenrollen zu sehen. Während Monica Potter ("Con Air") und Dina Meyer ("Starship Troopers") nicht viel mehr tun können, als sich quälen zu lassen, hinterlässt Danny Glover ("Lethal Weapon"-Reihe) einen sehr guten Eindruck, wie er sich Nacht über Nacht um die Ohren schlägt und es zu seinem Lebensziel macht, den kranken Killer zu schnappen.
Fazit
Wer ein schwaches Herz hat oder dieses Genre von vornherein nicht mag, sollte lieber Abstand von diesem Film nehmen. Wer jedoch Horror Fan ist und auf Psycho-Thriller steht, für den ist dieser Film ein wahrer Genuss. /pp

alle Bilder © Kinowelt


Cinefreaks Wertung:


 

Fakten

Originaltitel:Saw
Land/Jahr:USA 2004
Genre:Thriller, Horror
Regie:James Wan
Drehbuch:James Wan, Leigh Whannell
Musik:Charlie Clouser
Studio:Kinowelt
FSK:
ab 18
Länge:102 min.
Deutschlandstart:03.02.2005
Internetseiten:
Trailer(High/Low):  /  
Script zum Film:

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Schauspieler und Rollen

Cary Elwes Cary Elwes
als "Dr. Lawrence Gordon"
Danny Glover Danny Glover
als "Detective David Tapp"
Ken Leung Ken Leung
als "Detective Steven Sing"
Dina Meyer Dina Meyer
als "Kerry"
Mike Butters Mike Butters
als "Paul"
Paul Gutrecht Paul Gutrecht
als "Mark"
Michael Emerson Michael Emerson
als "Zep Hindle"

Verbindungen

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