Filmkritik zu Der Untergang

Die letzten Tage des Führers

Der Film spielt in den letzten Tagen vor Kriegsende im Führerbunker in Berlin. Neben ein paar, sich im Verlauf des Films verschärfenden, Kriegshandlungen auf Berlins Straßen, ist sonst nur der triste Bunker Ort der Handlung.
Die grauen Wände, die spärliche Einrichtung und das Licht stellen eine trübe und hoffnungslose Stimmung her. Und die herrscht auch vor. Der Führer, völlig fern der Realität, ordnet immer wieder Angriffe seiner Armeen an, die schon längst in hoffnungsloser Lage sind und keiner der Generäle traut sich ihm etwas zu entgegnen. Als es dann doch einer wagt zerstreiten sich die Generäle untereinander und Hitler bekommt einen seiner Wutausbrüche. Abgehackte, lauter werdende Sätze peitschen aus seinem Mund und er gestikuliert wild mit seinen Händen in der Luft.

Handlungsstränge

Gezeigt werden mehrere Schicksale, wie z.B. das des kleinen Peters, der neben anderen Kindern in den Straßen von Berlin schwere Artillerie Geschütze bedient um die Russen weiter aufzuhalten. Oder das Schicksal von Frau Göbbels, die ihre 6 Kinder mit in den Führerbunker bringt und von mehreren Seiten angeflohen wird Berlin mit den Kindern schleunigst zu verlassen, was sie aber nicht tun kann, denn sie kann sich für ihre Kinder keine Zukunft ohne Nationalsozialismus vorstellen. Dann noch die Handlung um Traudl Junge, die gleich zu Beginn des Films als des Führers Sekretärin angestellt wird und zwischen all den anderen Charackteren hin und her gerissen ist. Sie ist hilflos aber dem Führer treu untergeben.

Die Lage spitzt sich zu

Erst als die Generäle immer wieder auf Hitlers Befehl erwiedern, dass die von ihm angeforderten Armeen nicht kampfbereit seien und die Situation wohl schlecht ist, gibt der Führer nach einem seiner Wutausbrüche bekannt, das es wohl zu Ende sei und er sich früher oder später umbringen wolle. Die Generäle stehen nun völlig ratlos umher und sind der Lage einfach nicht gewachsen. Einige hitlernahe Personen verlassen Berlin. Hitler möchte auch, dass Traudl Jung die Stadt verlässt, solange es noch möglich ist, diese tut es aber nicht. Nach der ganzen Verwirrung, schöpft Hitler, aus welcher Quelle auch immer, wieder Hoffnung und redet als könne er den Krieg noch umdrehen. Er gibt Befehle zur Exekution fahnenflüchtiger Militärs und ernennt neue. Er spricht immer davon, was mit Deutschland passieren wird, wenn es erstmal den Krieg überstanden hat und sich aus den Trümmern neu aufbaut. Als er die Lage dann schliesslich doch sieht, erschiesst er sich und lässt sich und seine Frau Eva vor dem Bunker verbrennen.


Überlänge

Mit über zweieinhalb Stunden ist der Film wirklich langatmig. An mehreren Stellen hat der Film so seine Längen, die eigentlich immer wieder nur die gleichen Handlungen zeigen - Menschen flüchten, Situation ist aussichtslos etc.
Die Länge trägt aber auch dazu bei, Atmosphäre aufzubauen, und den Zuschauer spüren zu lassen, wie sich die letzten Tage im Führerbunker hingezogen haben müssen.

Kriegsfilm

Es ist kein Kriegsfilm, der soviele Kampfhandlungen zeigt, wie etwa "Der Soldat James Ryan", vielmehr zeigt er die tief verwurzelte Ideologie in den Menschen. Eine Ideologie, die selbst noch nach Hitlers Selbstmord anhält. Soldaten, die sich dem Eid verpflichtet fühlen, bringen sich lieber um, als zu kapitulieren. Magda Göbbels bringt sogar ihre Kinder um, weil ein Leben ohne NS für sie nicht vorstellbar wäre.




Altersfreigabe

Die Altersfreigabe von 12 halte ich für zu niedrig, da zum Teil grausame Gefechte gezeigt werden, aber vielmehr der psychische Stress nicht unerheblich ist. Die grausamste Szene ist wohl die, in der Magda Göbbels ihre 6 Kinder im Schlaf vergiftet. Jeder einzelne Tod der Kinder wird gezeigt.

Alle Schauspieler sind sehr überzeugend, besonders hervorzuheben ist aber die Darstellung Hitlers durch Bruno Ganz. Mimik, Gestik, die laufenden Wutausbrüche zwischen Verzweiflung und Wut spielt er absolut glaubwürdig.

Fazit
Der Film ist absolut sehenswert, und wohl mit einer der besten Spielfilme über die NS Zeit überhaupt. /dd

alle Bilder © Constantin


Cinefreaks Wertung:


 

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Fakten

Originaltitel:Der Untergang
Land/Jahr:Deutschland 2004
Genre:Historie
Regie:Oliver Hirschbiegel
Drehbuch:Bernd Eichinger
Musik:Stephan Zacharias
Studio:Constantin
FSK:
ab 12
Länge:155 min.
Budget:0
Deutschlandstart:16.09.2004
Internetseiten:

Produkte

Schauspieler und Rollen

Bruno Ganz Bruno Ganz
als "Adolf Hitler"
Alexandra Maria Lara Alexandra Maria Lara
als "Traudl Junge"
Corinna Harfouch Corinna Harfouch
als "Magda Goebbels"
Ulrich Matthes Ulrich Matthes
als "Joseph Goebbels"
Juliane Köhler Juliane Köhler
als "Eva Braun"
Heino Ferch Heino Ferch
als "Albert Speer"
Christian Berkel Christian Berkel
als "Prof. Schenck"

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