Filmkritik zu Flying Scotsman - Allein zum Ziel
Vom Fahrradverkäufer zum Nationalheld
Graeme Obree aus Schottland, seines Zeichens Fahrradverkäufer und ambitionierter Langstreckenfahrer, hat eines Tages die brillante Idee die eigene Aerodynamik beim Radfahren zu verbessern und damit mehr Zeit beim Wettkampfradfahren herauszuschlagen. Gedacht, getüftelt, Werk vollbracht. Das Lenkrad ist kleiner zu machen, so dass der Fahrer sich nach vorne lehnen, er damit weniger Angriffsfläche bieten und die Luft den Körper besser umströmen kann. Obree bedient sich dabei auch mal gerne ungewöhnlicher Mittel, wie ein Kugellager aus der heimischen Waschmaschine zu benutzen. Und auch sonst ist dieser Obree, der den Olymp des Radrennsports erklimmen will, kein Durchschnittstyp. Anfangs im Alleingang gegen alle Anderen, die in ihm nur einen Spinner sehen und ganz ohne Sponsoren schafft er es, untrainiert und mit seinem selbstgebastelten Fahrrad, gegen alle gesponsorten Profiradfahrer anzutreten und eine bis dahin neun Jahre bestehende Distanz des Stundenweltrekords zu brechen.
Die Freude hält allerdings nicht lange an, denn ein Kontrahent überbietet diesen aufgestellten Kilometerstand kurze Zeit später. Und auch sonst hat es Obree nicht gerade leicht: Dem internationalen Fahrradverbund UCI ist Obree mit seiner Unkonventionalität ein Dorn im Auge und schafft immer neue Regeln, womit dieser Verbund es schafft sowohl Obree ab und an auch schon mal kurzfristig von Wettkämpfen auszuschließen, als auch seinen Rekord im Nachhinein abzuerkennen.
Mit Johnny Lee Miller (Plunckett & Macleane, AEon Flux) als Graeme Obree kann man sich nicht so recht identifizieren, was allerdings daran liegt, dass Obree oft herüberkommt als würde er neben sich stehend die Welt um sich herum vergessen und nur noch einen Gedanken verfolgen.
Die biografische Verfilmung von Graeme Obrees Leben hält sich sehr stark an wahre Begebenheiten und damit auch an wahrscheinlich eher belanglose und nicht so sehr spannende Ereignisse, die es dem Zuschauer schwer machen, am Filmgeschehen dran zu bleiben.
Obrees 1993 entwickelte und später regelkonformierte Methode wurde tatsächlich von einigen Radrennfahrern weiterhin verwendet. Durch die Rekorde und den Ruhm fiel Obree in eine Depression, die ihn wohl schon seit seiner Kindheit über begleitete, was auch im Film teilweise angedeutet wird. Was Obree interessant macht, war seine Eigenheit und der über Nacht erlangte Ruhm, wodurch der Radrennsport seiner Zeit eine Menge neuer Interessenten und Neuzugänge erhielt.
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Graeme Obree aus Schottland, seines Zeichens Fahrradverkäufer und ambitionierter Langstreckenfahrer, hat eines Tages die brillante Idee die eigene Aerodynamik beim Radfahren zu verbessern und damit mehr Zeit beim Wettkampfradfahren herauszuschlagen. Gedacht, getüftelt, Werk vollbracht. Das Lenkrad ist kleiner zu machen, so dass der Fahrer sich nach vorne lehnen, er damit weniger Angriffsfläche bieten und die Luft den Körper besser umströmen kann. Obree bedient sich dabei auch mal gerne ungewöhnlicher Mittel, wie ein Kugellager aus der heimischen Waschmaschine zu benutzen. Und auch sonst ist dieser Obree, der den Olymp des Radrennsports erklimmen will, kein Durchschnittstyp. Anfangs im Alleingang gegen alle Anderen, die in ihm nur einen Spinner sehen und ganz ohne Sponsoren schafft er es, untrainiert und mit seinem selbstgebastelten Fahrrad, gegen alle gesponsorten Profiradfahrer anzutreten und eine bis dahin neun Jahre bestehende Distanz des Stundenweltrekords zu brechen.
Die Freude hält allerdings nicht lange an, denn ein Kontrahent überbietet diesen aufgestellten Kilometerstand kurze Zeit später. Und auch sonst hat es Obree nicht gerade leicht: Dem internationalen Fahrradverbund UCI ist Obree mit seiner Unkonventionalität ein Dorn im Auge und schafft immer neue Regeln, womit dieser Verbund es schafft sowohl Obree ab und an auch schon mal kurzfristig von Wettkämpfen auszuschließen, als auch seinen Rekord im Nachhinein abzuerkennen.
Mit Johnny Lee Miller (Plunckett & Macleane, AEon Flux) als Graeme Obree kann man sich nicht so recht identifizieren, was allerdings daran liegt, dass Obree oft herüberkommt als würde er neben sich stehend die Welt um sich herum vergessen und nur noch einen Gedanken verfolgen.
Die biografische Verfilmung von Graeme Obrees Leben hält sich sehr stark an wahre Begebenheiten und damit auch an wahrscheinlich eher belanglose und nicht so sehr spannende Ereignisse, die es dem Zuschauer schwer machen, am Filmgeschehen dran zu bleiben.
Obrees 1993 entwickelte und später regelkonformierte Methode wurde tatsächlich von einigen Radrennfahrern weiterhin verwendet. Durch die Rekorde und den Ruhm fiel Obree in eine Depression, die ihn wohl schon seit seiner Kindheit über begleitete, was auch im Film teilweise angedeutet wird. Was Obree interessant macht, war seine Eigenheit und der über Nacht erlangte Ruhm, wodurch der Radrennsport seiner Zeit eine Menge neuer Interessenten und Neuzugänge erhielt.
Fazit
Wen Radrennsport fasziniert oder wer über Graeme Obree etwas wissen möchte, der erhält mit diesem Film einen gut gelungenen Einblick in beide Welten. Für alle anderen ist es kein must-have-seen Film.
walle Bilder © Senator
Cinefreaks Wertung:
Fakten
| Originaltitel: | The Flying Scotsman |
| Land/Jahr: | Deutschland/UK 2006 |
| Genre: | Biografie, Drama, Sport |
| Regie: | Douglas Mackinnon |
| Drehbuch: | John Brown, Simon Rose, Declan Hughes |
| Studio: | Senator |
| Länge: | 96 min. |
| Deutschlandstart: | 05.07.2007 |
| Internetseiten: |
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