Filmkritik zu One Hour Photo

Fotos entwickeln
Wenn man in einen Fotoladen geht und dort seine Fotos entwickeln lässt, seien es Urlaubsfotos oder die von einer Geburtstagsfeier, erwartet man eine gewisse Diskretion, denn man gibt etwas von seinem Privatleben in die Hände eines Anderen.
Sy ist Angesteller im Savmart, einem großen Einkaufscenter außerhalb der Stadt. Dort arbeitet er in seinem kleinen Fotoentwicklungsstudio mit dem Azubi Yoshi. Sy mag seinen Job und führt ihn mit größter Präzision durch, was man schnell mitbekommt. Was ihn dennoch stark von anderen Fotoentwicklern unterscheidet ist, dass er keine Freunde hat. Die Fotos sind seine Freunde, eine Welt von anderen Leuten, die aber auch zu seiner eigenen, kleinen Welt wird, in der er sich verlieren kann, in der er jemand ist und Leute ihn kennen und mögen.

Ein ganz besonders guter und langjähriger Kunde, ist die Familie Yorkin, die seit 9 Jahren regelmäßig Fotos zum entwickeln vorbeibringt. Die Familie scheint äußerlich glücklich, jedoch streiten die Eltern von Jake öfters, da Will, Jakes Vater, selten zuhause ist und sich von der Familie mehr und mehr abzuwenden scheint. Auf diese Familie ist Sy ganz besonders fixiert - möchte am liebsten einen realen Teil von ihr einnehmen, etwa als "Onkel Sy".
Um seine kleine Welt auch außerhalb des Studios mitnehmen zu können, entwickelt Sy häufiger auch mal Fotos doppelt, was langsam dem Savmart-Inhaber Gary Cole auffällt, und er Sy somit entlassen muss. Kurz vor dieser Kündigung, bekommt Sy einen Seitensprung von Will Yorkin mit, denn Yorkins Geliebte bringt pikante Fotos zum entwickeln in das Fotostudio.

Die Charaktere
Robin Williams spielt die Rolle des äußerlich freundlich herüberkommenden, innerlich jedoch stark gestörten Fotoentwicklers Sy einfach grandios. Die Handlungen sind stets präzise und durch seine Erscheinung - ein sehr blasser, beinahe albinoartiger Brillenträger - wirkt er stets wie der nette Onkel von nebenan, der jedoch auch ohne weiteres ein unbemerkter Kinderschänder sein könnte.
Das Zusammenspiel der gutbürgerlichen Familie Yorkin mit ihren Problemen setzt das i-Tüpfelchen auf die Charakterdarstellung.
Die beiden Cops Van der Zee und Outerbridge wirken nicht ganz so überzeugend in ihren Rollen, nehmen aber glücklicherweise auch nur einen kleinen Part des Films ein.

Obwohl der Plot damit beginnt, dass Sy im Vernehmungsraum der Polizeiwache sitzt, und alles darauf deutet, dass er das Schlimmste begangen hat, lässt Autor und Regisseur Romanek an wichtigen Stellen auch überraschende Wendungen einfließen, womit die gesamte Story zwar auf einen bereits bekannten Punkt zusteuert, dabei aber stets spannend bleibt.

Fazit
Ein guter Film zwischen Drama und Thriller. Aufgewertet durch eine gut durchdachte Geschichte, die auf eine sehr gute Art und Weise herübergebracht wird und einer tollen schauspielerischen Leistung seitens Robin Williams. /ww

alle Bilder © Fox


Cinefreaks Wertung:


 

Fakten

Originaltitel:One Hour Photo
Land/Jahr:USA 2002
Genre:Drama, Thriller
Regie:Mark Romanek
Drehbuch:Mark Romanek
Studio:Fox
Deutschlandstart:09.01.2003

Produkte

Schauspieler und Rollen

Robin Williams Robin Williams
als "Sy Parrish"
Connie Nielsen Connie Nielsen
als "Nina Yorkin"
Michael Vartan Michael Vartan
als "Will Yorkin"
Dylan Smith Dylan Smith
als "Jake Yorkin"
Erin Daniels Erin Daniels
als "Maya Burson"
Paul H. Kim Paul H. Kim
als "Yoshi Araki"
Gary Cole Gary Cole
als "Bill Owens"

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