Filmkritik zu Gran Torino

Gran Torino Gran Torino Gran Torino
Koreakriegsveteran im Clinch
Walter Kowalski, ein zur Ruhe gesetzter Koreakriegsveteran, steht mit grimmiger Miene an dem Sarg seiner kürzlich verstorbenen Frau bei der Beerdigungsfeier und beobachtet mit strenger Miene seine beiden Söhne und die Kleidung seiner Enkeltochter. Von nun an lebt er allein in seinem Haus in einem Viertel von Detroit, was mittlerweile von seinen alten Ford-Kollegen verlassen wurde und zu 90% von Immigranten bewohnt ist. Die Gegend ist heruntergekommen und Gangs treiben ihr Unwesen. Walter empfindet für seine neuen asiatischen Nachbarn nur Verachtung, was er auch offenkundig gegenüber allen Leuten klarmacht und seine Meinung wird zunächst noch gefestigt, als der asiatiatische Teenager Thao von nebenan versucht, seinen 1972er Gran Torino zu klauen.

Nach Thao's Flucht besteht seine Familie jedoch darauf, dass er für Walter arbeitet, um bei ihm seine Schuld abzugleichen. Skeptisch und mit Vorurteilen lässt er sich überreden, doch mit der Zeit verstehen sich die beiden und auch Walter lernt, seine Anschauung etwas zu verändern. Währenddessen kommt jedoch Thao's Cousin, der Anführer einer örtlichen Gang, wieder ins Spiel. Er war es, der Thao dazu überredete den Gran Torino zu klauen und da dies misslungen ist, bedroht er ihn immer mehr und die Lage spitzt sich bedrohlich zu.

Wandlung
Zu Anfang des Film ist Walter mit seiner Einstellung, die sich seit den 50er Jahren nicht verändert hat, ein Rassist und Fremdenverachter, wie er im Buche steht. Er ist sich nie um eine Beleidigung zu schade und selbst, als er die asiatische Familie nebenan kennen gelernt hat, bleibt er bei seiner Wortwahl. Er wirft selbst seinen Freunden, dem italienischen Friseur und einem irischen Vorarbeiter Beschimpfungen und Vorurteile gegen den Kopf, welche von denen aber gut gekontert werden. Als Walter versucht, den schüchternen Thao in diese "Art der Unterhaltung" einzuweihen, sorgt dies für viele Lacher. Mit der Zeit jedoch fängt Walter an seine Einstellung gegenüber Asiaten, vor allem Thao und seiner Familie, zu ändern, bis er sie sogar mag.

Clint Eastwood hat damit als Akteur und Regisseur einen weiteren sehr guten Film erschaffen, in dem er vor allem versucht, die gesellschaftlichen Probleme heutzutage wie Rassismus und Gangbrutalität zu kritisieren. Auch das ironische Spiel mit dem eigenen Alter und der Einsamkeit spielt eine große Rolle. Eastwood hat sogar als begeisterter Jazz-Liebhaber den Soundtrack von "Gran Torino" selbst zusammengestellt und auch den Titelsong, welcher am Ende gespielt wird, mitbearbeitet und die ersten Takte selbst gesungen.

Fazit
"Gran Torino" ist ein sozialkritisch angehauchtes, mit schwarzem Humor unterlegtes Drama welches einem lange im Gedächtnis bleiben wird. Clint Eastwood hat seinen Zuschauern mit "Gran Torino" seine letzte Vorstellung als Schauspieler geschenkt, mehr Filme mit ihm als Regisseur werden mit Vorfreude erwartet. /pp

alle Bilder © Warner


Cinefreaks Wertung:


 

Fakten

Originaltitel:Gran Torino
Land/Jahr:USA/Australien 2008
Genre:Drama
Regie:Clint Eastwood
Drehbuch:Nick Schenk, Dave Johannson
Studio:Warner
FSK:
ab 12
Länge:116 min.
Deutschlandstart:05.03.2009
Internetseiten:
Trailer(High/Low):  /  
Script zum Film:

Produkte

Schauspieler und Rollen

Clint Eastwood Clint Eastwood
als "Walt Kowalski"
Christopher Carley Christopher Carley
als "Pater Janovich"
Bee Vang Bee Vang
als "Thao Vang Lor"
Ahney Her Ahney Her
als "Sue Lor"
Brian Haley Brian Haley
als "Mitch Kowalski"
Geraldine Hughes Geraldine Hughes
als "Karen Kowalski"
Dreama Walker Dreama Walker
als "Ashley Kowalski"

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