Filmkritik zu Jarhead - Willkommen im Dreck

Jarhead - Willkommen im Dreck Jarhead - Willkommen im Dreck Jarhead - Willkommen im Dreck
Verbrannte Hirne

Anthony 'Swoff' Swofford meldet sich 1989 freiwillig zu den Marines. Mit seinen Kumpels Alan und Chris schafft er es durch die Grundausbildung und wir dann in die Einheit von Staff Sergeant Sykes verwiesen. Dort wird er neben wenigen Anderen zu einem sogenannten "Scout Sniper", einem Scharfschützen. Mit dieser Truppe geht es dann nach Kuwait zur Operation "Desert Shield", deren Ziel darin besteht, Ölquellen zu beschützen. Die Hauptbeschäftigungen beschränken sich auf Gewehr putzen, Wasser trinken, Wasser wieder rauslassen, Schießübungen und masturbieren. Und bei dem monatelangen Rumhängen in der brennenden Wüstensonne geht es darum, nicht den Verstand zu verlieren...

Öl und Sand

Zu Beginn des Krieges sind alle noch voll motiviert und brüllen Schlachtrufe wie "Wir reissen den Irakis den Arsch auf!", doch nach der langen Zeit im Wüstensand ändert sich ihre Meinung so langsam und auch Swofford, welcher nebenbei langsam das Vertrauen an der Treue seiner Freundin verliert, hängt auch bald alles zum Hals heraus.

Als es dann endlich soweit ist und der eigentliche Krieg beginnt, stellt sich heraus, dass alles ganz anders ist als erwartet. Bei der ersten und einzigen wahren Möglichkeit, den einen perfekten Schuss zu landen, wird Swofford und seinem Kumpel Troy auch dieser verwehrt. Troy, welcher sonst immer einen kühlen Kopf bewahrte, ist dieses Mal derjenige der durchdreht. Ihre ganze Ausbildung zielte auf diesen Moment hin und das zeigt ihnen welche Rolle sie in diesem Krieg spielen - nämlich gar keine, ihr Dasein in diesem Krieg ist vollkommen überflüssig. Die ganzen ertragenen Strapazen werden damit sinnlos.

Schauspielerisch hat der Film etwas zu bieten. Jake Gyllenhaal in der Hauptrolle als Swofford schwankt hinsichtlich des Sinns dieses Einsatzes zwischen Enthusiasmus und Abscheu und macht seine Rolle sehr gut. Jamie Foxx in der Nebenrolle des Staff Sergeant Sykes und Peter Saarsgard als Troy geben durchweg gute Leistungen ab.

Was dem Film aber dann im Endeffekt doch den Durchbruch verwährt, ist die Armut an Handlung und Spannung. Es passiert einfach zu wenig. Zum Ende hin wird der Film dann wieder etwas interessanter aber was passiert in der restlichen Hälfte des Films? So gut wie nichts. Footballspiele in ABC-Anzügen, Feuerwerke zu Weihnachten, Bestrafungen, ein Aufeinandertreffen mit arabischen Kamelhändlern ist ja alles ganz nett, leider aber nichts besonderes.

Und von einer wahren Schädigung durch den Krieg kann man wahrlich nicht reden, auch wenn man verbrannte Menschen sah. Was ist mit jenen, die mitten im Krieg steckten, selber Menschen töten mussten, sahen wie Kameraden starben und selber vielleicht zum Krüppel wurden? Von daher sind Sätze wie: "Wir werden für immer da draußen in der Wüste sein" oder "Jeder Krieg ist verschieden. Jeder Krieg ist gleich." etwas übertrieben.

Fazit
"Jarhead" ist kein schlechter Antikriegs-Film, der die Überflüssigkeit von einigen Truppen im Krieg überzeugt rüberbringt und die Veränderung der Soldaten gut darstellt. Leider aber auch nicht viel mehr. /pp

alle Bilder © UIP


Cinefreaks Wertung:


 

Fakten

Originaltitel:Jarhead
Land/Jahr:USA 2005
Genre:Drama, Action
Regie:Sam Mendes
Drehbuch:William Broyles jr.
Musik:Thomas Newman
Studio:UIP
FSK:
ab 12
Länge:122 min.
Deutschlandstart:05.01.2006
Internetseiten:
Trailer(High/Low):  /  

Produkte

Schauspieler und Rollen

Peter Sarsgaard Peter Sarsgaard
als "Allen Troy"
Jake Gyllenhaal Jake Gyllenhaal
als "Anthony Swofford"
Lucas Black Lucas Black
als "Chris Kruger"
Jamie Foxx Jamie Foxx
als "Staff Sergeant Sykes"
Chris Cooper Chris Cooper
als "Lieutenant Colonel Kazinski"

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