Filmkritik zu Babel

Babel Babel Babel
Schicksale global

Der Titel lässt erst einmal die Assoziation zum Turm von Babel zu, nach dessen Einsturz ein babylonisches Sprachgewirr geherrscht haben soll. Schnell zeigt sich dass diese Interpretation nicht weit am Film vorbei geht. Richard und seine Frau Susan machen in Marokko Urlaub bis Susan auf einer Busfahrt plötzlich von einem, aus heiterem Himmel kommenden, Geschoss in der Schulter getroffen wird. Der Attentäter ist ein pupertärer Bauernjunge dessen Vater das Gewehr für die Schakaljagd gekauft hat. Der Verkäufer des Gewehres hat es wiederum von einem Japaner geschenkt bekommen. Richard muss Susan also in ein Krankenhaus bringen, was allerdings über vier Stunden fahrt entfernt ist, also rufen sie Hilfe und bleiben derweile in einem kleinen marokkanischen Dorf. Die Kinder von Susan und Richard werden zwischenzeitlich von der Haushälterin betreut.
Damit hätten wir die 4 Geschichten die auf 3 verschiedenen Kontinenten spielen und alle verknüpft sind.

Zeitsprünge

Die vier zusammenhängenden Geschichten werden nun immer abwechselnd weitergeführt bis alle an einen dramatischen Punkt gelangen. Das Problem ist, dass die Episoden zum Teil zeitlich verschoben sind und man in der einen Geschichte schon sehen kann was in der anderen noch passieren wird und diese Tatsache nimmt nicht unwesentlich Spannung aus dem Film.

Musik und Bilder

Die Musik ist gut und an den richtigen Stellen in Szene gesetzt, man muss sie allerdings auch mögen, da sie nicht besonders abwechslungsreich ist. Regisseur Alejandro González Iñárritu hat es geschafft einige Szenen atemberaubend in Szene zu setzen, leider aber auch zu oft den Bogen überspannt indem er sich mit gewissen Abschnitten zu viel Zeit gelassen hat. Fast zweieinhalb Stunden wären nicht nötig gewesen, ein wenig komprimierter wäre der Stoff noch beeindruckender herübergekommen.

Episodenfilm

Wenn sich der Film z.B. mit L.A. Crash messen müsste würde er bei weitem den Kürzeren ziehen. Die Episoden bei Babel sind nicht sehr gut verknüpft und der Handlungsstrang in Japan ist gelinde gesagt völlig überflüssig. Insgesamt wirken zuviele Geschehnisse weit hergeholt.

Fazit
Babel ist alles in allem ein sehenswerter Episodenfilm, der mit großartigen Schauspielern und prächtigen Bildern punkten kann. Gewaltig überbewertet kann er sich jedoch nicht mit Filmen wie Magnolia oder L.A. Crash messen. /dd

alle Bilder © Tobis


Cinefreaks Wertung:


 

Neuigkeiten zum Film

Fakten

Originaltitel:Babel
Land/Jahr:USA 2006
Genre:Drama
Regie:Alejandro González Iñárritu
Drehbuch:Guillermo Arriaga Jordan
Musik:Gustavo Santaolalla
Studio:Tobis
FSK:
ab 16
Länge:144 min.
Budget:0
Awards/Preise:Beste Regie Cannes 2006
Deutschlandstart:21.12.2006
Internetseiten:
Trailer(High/Low):

Produkte

Schauspieler und Rollen

Brad Pitt Brad Pitt
als "Richard"
Cate Blanchett Cate Blanchett
als "Susan"
Said Tarchani Said Tarchani
als "Ahmed"
Gael García Bernal Gael García Bernal
als "Santiago"
Adriana Barraza Adriana Barraza
als "Amelia"
Elle Fanning Elle Fanning
als "Debbie"

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