Filmkritik zu Elbe

Elbe Elbe Elbe
Quer durch Deutschland

Die Elbe ist neben Rhein und Donau einer der größten Flüsse in Deutschland und sowohl mit als auch von ihr leben die Menschen schon seit geraumer Zeit. So auch zwei Männer aus Dresden, die einen Kahn betreiben, mit dem sie schon so manchen Hafen angesteuert haben, um Waren von einem Ort zum nächsten zu verfrachten. Nach einem aus dem Kontext gerissenen Rückblick, weiß der Zuschauer dann auch, dass den Protagonisten der Job gekündigt wurde, und sie seitdem auf dem Weg nach Hamburg sind, ein neues Leben bzw. zumindest erstmal mit einem neuen Job anzufangen, der vermeintlich schon auf beide wartet.
Einer der beiden heißt Kowsky, und ist mit so ziemlich allen Sünden belegt, die es gibt, von Alkoholsucht über Sohnverprügeln bishin zu Glücksspiel. Ihm zur Seite steht Gero, der etwas ruhigere Typ und der Kapitän eines kleinen Segelschiffes ist. Und obwohl beide schon seit einigen Jahren miteinander zu ..Fluss fahren, fanden sie wohl noch nie die Zeit dazu, sich solcherlei Dinge anzuvertrauen wie existierende Töchter oder verborgene Kartenspieltricks.

Die Umsetzung

Während beide nun so ihren Weg beschreiten, bekommt der Zuschauer wie schon angemerkt einige Szenen, die eigentlich erst im späteren Verlauf einen Sinn ergeben, schon vorher zu sehen, um später darauf zurückzugreifen, bzw. die Szene einfach noch mal zu zeigen und einen Aha-Effekt zu erzielen. Dieses Prinzip der Vorwegnahme wird heutzutage sehr gerne und immer häufiger verwendet, allerdings sollten Regisseur und Cutter davon etwas verstehen, und auch die Story sollte solche Elemente unterstützen, denn wie es in "Elbe" eingefügt und umgesetzt wurde, hätte man es auch einfach sein lassen können und eine lineare Storyline bevorzugen sollen.

Vom Soundtrack des Films bräuchte man gar nicht erst reden. Wir machen es trotzdem, denn es gehört einfach zu einem Film wie Labskaus zu Hamburg oder Ebbe zu Flut. Die gewählten Lieder an sich sind gar nicht mal so schlecht, wenn man sie vielleicht auf einer CD hört, allerdings passen sie größtenteils überhaupt nicht zu dem, was auf der Leinwand passiert. Ein Tango gehört doch eher zu Szenen wie Arnold Schwarzeneggers und Jamie Lee Curtis' Tanzszene in True Lies, als in elbflorentinische Kamerafahrten.

Wenn man nun denken mag, dass ein solcher Film nichts im Kino zu suchen hat, dann liegt man vermutlich richtig. Das Thema und die Umsetzung reichen vielleicht für ein Abendprogramm in den öffentlich Rechtlichen, bei denen man wenigstens umschalten kann.
Jedem, dem die Elbe ein wenig ans Herz gewachsen ist, weil man vielleicht in einer der an ihr mündenden, schönen Städte wohnt, oder mal einen Campingurlaub in ihrer Umgebung verbrachte, wird nach dem Film wohl ein anderes Bild von ihr haben, und vielleicht sogar in Zukunft ein wenig von ihr Abstand halten wollen.

Fazit
Rein wegen des Frusts, anderthalb Stunden damit verbracht zu haben das verkorkste Leben von zwei Männern sehen zu müssen, muss schon gesagt werden: Dieser Film bietet sich für keine richtige Zielgruppe an, auch nicht für Landstreicher, oder Elbeliebhaber oder eventuelle Fans von Kartenspielen. Prädikat nicht sehenswert. /ww

alle Bilder © Zorro Film


Cinefreaks Wertung:


 

Fakten

Originaltitel:Elbe
Land/Jahr:Deutschland 2006
Genre:Drama
Regie:Marco Mittelstaedt
Studio:Zorro Film
FSK:
ab 6
Länge:86 min.
Deutschlandstart:24.05.2007
Internetseiten:
Trailer(High/Low):  /  

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Schauspieler und Rollen

Henning Peker Henning Peker
als "Kowsky"
Tom Jahn Tom Jahn
als "Gero"
Steffi Kühnert Steffi Kühnert
als "Ulrike"
Vilma Fischer Vilma Fischer
als "Sarah"

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