Filmkritik zu Avatar - Aufbruch nach Pandora
Aufbruch in eine andere Welt
Im Jahre 2154 sind die Ressourcen der Erde weitestgehend aufgebraucht und die Menschheit muss andere Planeten zum umsiedeln finden. Der Planet Pandora ist in seiner Reichheit an Rohstoffen in dieser Sache das Hauptaugenmerk der Großkonzerne. Dort existiert ein neuartiges Mineral, was den Fortbestand und die Weiterentwicklung der Menschheit sichern würde. Ein Basislager aus Militär und Wissenschaftlern soll die Umgebung erkundschaften und Wege finden, den Abbau voranzutreiben. Doch die feindliche Umwelt stellt ein erhebliches Hindernis dar, denn nicht nur die Atmosphäre ist für Menschen tödlich, sondern auch mit dem gesamten Tierreich ist nicht zu spaßen. In dem Dschungel lebt weiterhin das humanoide Naturvolk, die Na`vi, welches über der größten Ansammlung des Minerals im Einklang mit der Natur in einem riesigen Baum lebt und somit ein Hindernis für den Abbau darstellt. Der Ex-Marine Jake Sully, welcher nach einer Verletzung querschnittsgelähmt ist, wird nach Pandora berufen, um den Platz seines toten Zwillingsbruders einzunehmen. Jake's Aufgabe ist es nun, seines Bruder's Avatar zu steuern und das Volk der Na`vi zu infiltrieren. Diese Avatare sind hybride Wesen und wurden von Wissenschaftlern aus der DNA von Na'vi und Menschen gezüchtet. Sie werden aber von einem Menschen gesteuert, welcher sein komplettes Bewusstsein temporär in den Avatar überträgt. Bei seinem ersten Ausflug in den Dschungel trifft Jake auf Neytiri, die Tochter des Clananführers. Er bekommt vom Clananführer die Aufgabe, alles über die Na`vi und deren Bräuche zu lernen um eine Verbindung zu den "Himmelsmenschen" herzustellen, seine Lehrerin soll Neytiri sein. Über diese Entwicklung sind auch die Wissenschaftler im Basislager und vor allem der radikale Militärchef Quaritch sehr erfreut, denn dieser erhofft sich dadurch Schwachstellen zu erfahren, welche bei der Invasion nützlich sind. Jake Sully, anfangs voll in seinem Job als Spitzel motiviert, lernt über die verstreichenden Wochen die Schönheit des Waldes und der Na`vi kennen und lieben. Seine Beziehung zu Neytiri wird immer enger und langsam beginnt sich seine Anschauung gegenüber der eigenen Rasse zu ändern.
Was lange währt, wird gut
Das Drehbuch zu "Avatar" ist nicht etwa in den letzten Jahren entstanden. James Cameron verfasste es Mitte der 90er Jahre, wollte jedoch auf einen ausgereifteren Stand der Technik warten. Um 2005 fing Cameron an mit der neuseeländischen Firma für Spezialeffekte "WETA", welche in Filmen wie die Herr der Ringe Triologie oder etwa King Kong für die CGI-Effekte verantwortlich war, zu arbeiten. Zusammen entwickelten sie eine neuartige 3D-Fusion-Kamera, welche es ermöglicht, die Performance-Capture-Technologie so mobil wie mit herkömmlichen Kameras zu drehen. Damit eröffneten sich Welten, die kein Filmemacher bisher betrat und das Ergebnis sind Bilder, welche realistischer kaum sein könnten.Bezug zur Realität
Die Story mag im ersten Anschein relativ simpel erscheinen. Die Menschen kommen auf einen neuen Planeten, unterdrücken die Ureinwohner und wollen die Ressourcen ausbeuten. Dahinter verbergen sich relativ offensichtlich Teile der Weltgeschichte und die Kritik am heutigen Kapitalismus und der Ausbeutung der Umwelt auf Kosten Anderer. Es bestehen ebenso, wenn auch vielleicht unbeabsichtigt, Parallelen zum Film "Surrogates" mit Bruce Willis, in welchem ebenfalls andere Körper übernommen werden. Was bei "Avatar" jedoch triumphiert, sind die unglaublich interessanten Charaktere, deren Emotionen und Entwicklungen, im speziellen die Beziehung zwischen Jake und Neytiri. Jake wird über die Wochen, die er in seinem Avatar verbringt, schon fast süchtig nach ihm und der wunderschönen neuen Welt. Er "verwandelt" sich immer mehr in einen Na`vi und erlangt im Clan mehr und mehr Achtung und Respekt. Besonders die Szene, in der er und Neytiri das erste Mal zusammen fliegen, verwirklicht seinen, am Anfang des Films gezeigten, Traum zu fliegen."Avatar" setzt mit der verwendeten Technik und den gezeigten Bildern neue Maßstäbe, an denen sich zukünftig alle Filme im gleichen Genre messen müssen. Auch wenn die menschlichen Schauspieler in einem solchen Epos relativ kurz kommen, zumindest auf der puren Leinwand, ist es dahinter alles andere als einfach für diese. James Cameron's Ziel war es, nicht nur die Körperbewegung, sondern auch jede Emotion und jeden Gesichtsausdruck authentisch auf einen digitalen Charakter zu kopieren. Dafür mussten die Schauspieler alles machen, was die fertigen Figuren später im Film machen. Drachenreiten, über Baumstämme rennen und auch kämpfen. Und das alles mit einer kleinen Kamera vor dem Gesicht, welche jede Bewegung aufnimmt und digital verarbeitet.
Fazit
"Avatar" ist eine Empfehlung nicht nur für Kenner und Fans des Performance-Capturing ein Kunstwerk, sondern für jeden Kinogänger. Wunderschöne Aussichten, mitreißende Emotionen und Charaktere und eine zum Nachdenken anregende Story, untermalt von einem hinreißenden Soundtrack, garantieren für die ganze Familie von jung bis alt ein tolles Kinoerlebnis.
palle Bilder © Fox
Cinefreaks Wertung:
IMDB Wertung:
MetaCritic Wertung:
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Fakten
| Originaltitel: | Avatar |
| Land/Jahr: | USA 2009 |
| Genre: | Science Fiction, Action, Thriller |
| Regie: | James Cameron |
| Drehbuch: | James Cameron |
| Studio: | Fox |
| FSK: | ab 12 |
| Länge: | 161 min. |
| Budget: | 273,000,000 |
| Einspielergebnis: | 2,726,905,564 |
| Deutschlandstart: | 02.09.2010 |
| Internetseiten: | |
| Trailer(High/Low): | / |
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